„Es ist schön zu sehen, was man selbst bewirken kann“

„FREIZEITHELDEN“ Tobias Faulhaber sorgt für Begeisterung der Jugend fürs Brett

SCHIFFERSTADT (suk). Rund 1,5 Millionen Menschen in Rheinland-Pfalz sind ehrenamtlich tätig. Was sie tun, geschieht oft im Verborgenen und wird öffentlich nicht wahrgenommen. Ganz selbstverständlich gehen sie dennoch ihren Aufgaben in der und für die Gemeinschaft nach. Sie sind "Freizeithelden", denn sie opfern gerne etwas, was mit Geld nicht aufzuwiegen ist: ihre Zeit. Auch in Schifferstadt sind zahlreiche Ehrenamtliche zugange. Grund genug, diesen in unserer TAGBLATT-Serie am Montag eine Plattform zu geben. Heute: Tobias Faulhaber.

Tobias Faulhaber ist schon seit vielen Jahren ein aktiver Mensch, vor allem in sportlicher Hinsicht. Seine Zielstrebigkeit, sein Pflichtbewusstsein und sein Organisationstalent haben ihn beim Schachclub Schifferstadt schon in jungen Jahren zu einem wesentlichen Pfeiler werden lassen. Zur Stärkung des Vereins will Faulhaber weiterhin beitragen, vor allem beim Aufbau an der Basis, bei der Jugend.

Seit wann sind Sie im Ehrenamt tätig?

„Seit Februar 2013, also mittlerweile seit vier Jahren. Zunächst übernahm ich das Amt des Spielleiters, seit 2015 bin ich zusätzlich als Jugendleiter im Einsatz.“

Wie kamen Sie zu Ihrem Ehrenamt?

„Im Spätjahr 2012 zeichnete sich ab, dass unser damaliger Spielleiter nicht mehr für dieses Vorstandsamt kandidieren wird. Also wurde ein Nachfolger gesucht. Da ich als Mannschaftsführer bereits im erweiterten Vorstand war und Spaß am Organisieren von Turnieren habe, traute ich es mir zu, dieses Amt als Doppelspitze zu übernehmen. Gemeinsam mit Philip Baier, einem guten Freund in ähnlichem Alter und ähnlich engagiert, füllte ich das Amt zunächst aus. Zwei Jahre später übernahm ich die Funktion dann gänzlich. In das Amt des Jugendleiters bin ich nach und nach hineingewachsen. In der Jugendarbeit arbeite ich schon einige Jahre mit. Hauptverantwortlich habe ich es 2015 übernommen. Mir macht es Spaß, Kindern und Jugendlichen das Schachspielen beizubringen, sie zu fördern und zu fordern.“

Welche Aufgaben sind mit Ihrem Einsatz verbunden?

„Als Spielleiter kümmere ich mich um die vereinsinternen Turniere, organisiere für jeden letzten Freitag im Monat ein Schnellschachturnier oder ein Blitzturnier - jeweils im Wechsel - und kümmere mich um die Klubmeisterschaft. Des Weiteren beantrage ich Spielerpässe und organisiere die Saisonvorbereitung. Als Jugendleiter leite ich das Jugendtraining und fahre die Kinder und Jugendlichen auf Turniere und Mannschaftskämpfe.“

Wie viel Zeit widmen Sie Ihrem Ehrenamt und wie vereinbaren Sie die mit den Anforderungen des Alltags?

„Das ist sehr unterschiedlich. Wenn an Wochenenden Jugendturniere oder ein Jugendmannschaftskampf stattfinden, bin ich das ganze Wochenende unterwegs und es kostet sehr viel Zeit, die ich allerdings sehr gerne investiere. Wenn dies nicht der Fall ist, kann ich sehr viel von zu Hause aus am Computer arbeiten. Das lässt sich problemlos in meinen Alltag einbauen. Zudem bin ich jeden Freitag von 17.30 bis etwa 24 Uhr in unserem Spiellokal, trainiere erst meine Jugend und habe anschließend selbst Spielabend.“

Was bedeutet Ihnen Ihr Ehrenamt?

„Sehr viel. Es macht mir Spaß, mich für meinen Verein zu engagieren und mitzuwirken. Ohne Ehrenamtliche würde ein Verein nicht funktionieren und es ist schön zu sehen, was man selbst alles bewirken kann.“

Welche besonderen Erlebnisse sind Ihnen im Gedächtnis geblieben?

„Die Ausrichtung der Deutschen Mannschaftsblitzmeisterschaft im vergangenen Jahr ist mir besonders in Erinnerung. Es war zwar sehr viel Arbeit im Vorfeld und an diesem Tag selbst, aber der Aufwand hat sich voll und ganz gelohnt. Es war teilweise die Weltspitze und zum Großteil die deutsche Spitze des Schachs in Schifferstadt und alle waren sehr begeistert von unserer Organisation.“

Was treibt Sie persönlich an?

„Die Freude und das Lachen eines Kindes, wenn es Spaß am Schachspielen hat.“

Inwieweit hadern Sie manchmal mit Ihrer Tätigkeit?

„Wenn ein Kind oder Jugendlicher mit dem Schachspielen aufhört. Man hat so viele Stunden an Training investiert und so viel miteinander erlebt – und dann war alles umsonst."

Und worüber freuen Sie sich besonders?

„Ich freue mich besonders an Erfolgen meiner Jugend, den Spaß der Kinder und an dem guten Miteinander im Verein.“

Was haben Sie in Ihrem Ehrenamt erreichen können, worauf Sie immer noch stolz sind?

„Da fällt mir etwas Aktuelles ein: Wir richten schon seit vielen Jahren im Spätjahr ein Jugendturnier aus. Dieses wird im laufenden Jahr durch ein reines Anfängerturnier ergänzt, in welchem Schachneulinge erste Turnierpraxis sammeln können, ohne gegen erfahrene Spieler antreten zu müssen, gegen welche sie noch chancenlos sind.“

Wie sehr fühlen Sie sich im ehrenamtlichen Dienst unterstützt, sei es seitens des unmittelbaren Umfelds oder der Gemeinde?

„Im Verein habe ich immer wieder verschiedene Helfer, die mich in der Jugendarbeit unterstützen und auch vertreten, wenn es zu Terminüberschneidungen kommt.“

Was würden Sie in Schifferstadt gerne ändern und was gefällt Ihnen an der Stadt?

„Ich hätte in Schifferstadt gerne wieder ein Haus der Vereine. Unser neues Spiellokal ist zwar nicht schlecht, allerdings: An das ehemalige Haus der Vereine kommt es nicht heran. Schön finde ich die Unterstützung, die wir erfahren, wie zum Beispiel an der Beteiligung der Mietkosten für unser neues Spiellokal.“

Woraus schöpfen Sie persönlich die Kraft für Ihren Einsatz?

„Aus der Freude, die mir meine Aufgaben machen. Würde mir die Arbeit keine Freude bereiten, würde ich sie nicht machen, denn dann wäre es eine Qual und ich bin nicht mit vollem Einsatz bei der Sache.“

Welche Ziele haben Sie sich noch selbst in Ihrem Ehrenamt gesetzt?

„Ein Verein lebt von seiner Jugend. Aus diesem Grund ist eine gute Jugendarbeit sehr wichtig. Daher möchte ich diese gerne weiter vergrößern, vorantreiben und immer mehr Kindern und Jugendlichen die Freude an unserem Sport vermitteln.“

Wann steht der nächste ehrenamtliche Einsatz an?

„Am 1. Juli waren wir bei einem Jugendturnier in Frankenthal. Ansonsten: Jeden Freitag zum Jugendtraining – wobei wir zurzeit Sommerpause haben.“

Weshalb empfehlen Sie jedem, sich ehrenamtlich zu engagieren?

„Es macht einfach sehr viel Spaß, an der Entwicklung eines Vereins mitzuwirken und eigene Ideen einzubringen.“

PERSÖNLICH

Tobias Faulhaber ist 25 Jahre alt und arbeitet als Chemielaborant.

Weitere Hobbies: Schwimmen, Fahradfahren, Joggen.

Faulhabers Lebensmotto: „In der Ruhe liegt die Kraft!“

   

Mannschaftskämpfe  

   

Training  

Jugendtraining

    Fr, 17:30 Uhr bis 19:00 Uhr

Erwachsenentraining

    Fr, ab 20:00 Uhr

Trainingsort

    Kath.Pfarrzentrum Herz Jesu

   

Anmeldung  

   

Shredder  

   

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© Philip Baier